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Paartherapie / Eheberatung – Infos und Ablauf

Paartherapie als letzte Station vor der Endstation

Sie haben Probleme in Ihrer Beziehung? Sie und Ihr Partner streiten oft? Irgendwie ist der Wurm drin und Ihre Beziehung nähert sich geradewegs der Endstation? Aber Sie beide lieben sich noch und wollen an der Beziehung festhalten? Eine Paartherapie gibt Ihnen die Möglichkeit kurz vorher den Zug zu verlassen, um wieder in einen Zug in Richtung glückliche Zukunft zu zweit umzusteigen. Erfahren Sie in dem folgenden Text mehr darüber.

Für wen eignet sich eine Paartherapie?

Es gibt verschiedene Konstellationen, in denen Paare auf der Stelle treten und es alleine nicht mehr schaffen, aus ihrer Krise herauszukommen. Oftmals kommen mehrere der folgenden Gründe zusammen. Einer der Punkte ist fehlendes Vertrauen. Unter Umständen ist bereits einer der Partner fremdgegangen. Es kann auch sein, dass ständig einer den anderen oder beide sich gegenseitig kritisieren – oder andersherum Kritik gar nicht mehr ausgesprochen wird. Entsprechendes gilt für Wünsche und Erwartungen, die entweder nicht mehr erfüllt oder nicht mehr kommuniziert werden. Möglicherweise fühlt sich einer der Partner von dem anderen nicht richtig verstanden oder ihm fehlt Unterstützung. Das kann natürlich auch auf beide zutreffen. Auch sexuelle Probleme können eine Rolle spielen. Zudem können fehlende gemeinsame Interessen oder auseinanderdriftende Zukunftspläne Anlass für eine Paartherapie geben. Teilweise leidet auch ein Partner psychisch darunter, wenn nur noch der andere alle wichtigen Entscheidungen des Zusammenlebens (zum Beispiel in Bezug auf Geld oder Kindererziehung) trifft.

Sind Sie an einem solchen Punkt, könnte eine gemeinsame Paartherapie eine Lösung sein, über die Sie nachdenken sollten. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass beide die Therapie wollen. Ist das nicht der Fall, ist jedoch noch nicht alles verloren. Wenn sich Ihr Partner sperrt, dann oftmals aus Angst oder Schamgefühl. Wichtig ist, dass Sie ihm gegenüber deutlich machen, dass es für Sie so nicht weitergehen kann. Dann gehen Sie alleine in die Therapie und machen Ihrem Partner dann den Vorschlag, Sie einmal als Angehöriger zu begleiten. Dann besteht die Möglichkeit, den Partner vor Ort doch noch zu überzeugen. Denn in einer solchen Sitzung können dem Partner die Ängste und das Schamgefühl genommen werden. Natürlich gibt es keine Garantie, dass dies gelingt. Aber die gibt es auch für die eigentliche Paartherapie nicht.

Was passiert bei einer Paartherapie?

Paartherapien werden von verschiedenen Institutionen angeboten. Sie können sich unter anderem an verschiedene Psychotherapeuten oder öffentliche Einrichtungen bei Ihnen vor Ort wenden. Zudem gibt es gemeinnützige Beratungsstellen und Organisationen. An wen Sie sich wenden ist Geschmackssache. Die Therapien laufen in der Regel mit ähnlichen therapeutischen Methoden ab.

Was ist der Unterschied zwischen einer Paartherapie und einer Eheberatung

Inhaltlich gibt es in der Regel kaum Unterschiede zwischen einer Paartherapie und einer Eheberatung. Eigentlich sind nur die Begriffe verschieden. Die Bezeichnung „Eheberatung“ impliziert, dass die teilnehmenden Personen verheiratet sein müssten. Das ist aber nicht der Fall, weshalb viele den Begriff „Paartherapie“ bevorzugen. Aber auch dieser Begriff kann wegen seiner zweiten Worthälfte „therapie“ eine abschreckende Wirkung auf manch einen haben. Deshalb benutzen einige Paartherapeuten lieber den Begriff Eheberatung. Strenggenommen handelt es sich aber gar nicht um eine Beratung, da sich gute Berater mit Ratschlägen eher zurückhalten. Diese sind nämlich weniger erfolgversprechend als Lösungen, welche die Paare begleitet durch den Therapeuten selbst erarbeiten.

Paartherapie – Ablauf und Ziel

Die Ziele und der Ablauf der Paartherapie sind immer unterschiedlich und auf die jeweiligen Probleme der Paare abgestimmt. Die Zielsetzung kann die Beseitigung diverser Eheprobleme sein. Manche Paare möchten durch die Therapie aber auch herausfinden, ob sie weiter zusammenbleiben oder zukünftig besser getrennte Wege gehen wollen. Das genaue Therapieziel wird im Verlauf der Sitzungen gemeinsam herausgearbeitet und definiert. Nicht immer finden die Sitzungen während einer Therapie gemeinsam statt, auch Einzelsitzungen sind in vielen Fällen ein fester Bestandteil. Es finden Gespräche statt, aber auch verschiedene Rollenspiele, um störende Verhaltensmuster der Partner aufzuspüren und gegebenenfalls positiv zu verändern.

Grundsätzlich verhilft die Eheberatung zu einer verbesserten Kommunikation zwischen den Partnern. Sie lernen einander besser zuzuhören und ihre Anliegen dem anderen so zu kommunizieren, dass dieser sich nicht auf den Schlips getreten fühlt. Missverständnisse können aus dem Weg geräumt werden. Auch Probleme, die durch falsche Erwartungen an die Beziehung entstanden sind, können mit Hilfe einer Paartherapie aufgedeckt und aus den Weg geräumt werden. Die Partner können zudem auch erlernen, dem anderen ihre Wünsche, Ängste oder auch Unzufriedenheiten mitzuteilen. Außerdem kann das Verständnis für den Partner und die Wahrnehmung von dessen Wünschen verbessert werden.

Vorher Notbremse ziehen und Liebeskiller vermeiden

Um noch einmal auf den Anfang des Textes zurückzukommen. Es gibt viele Dinge, die Sie tun können bzw. sein lassen sollten, damit Sie gar nicht erst mit Ihrem Beziehungszug in Richtung Endstation kommen, sondern vorher schon die Weichen richtig stellen können. Machen Sie sich zum Beispiel öfter bewusst, was Ihnen Ihr Partner Gutes tut, damit es nicht zur Selbstverständlichkeit wird. Dadurch fühlen Sie sich geliebt. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre Beziehung. Das stärkt den Zusammenhalt und die Liebe. Dazu gehört auch, dass Sie sich beruflich nicht total verausgaben. Anderenfalls bleibt schnell die Lust auf den Partner aus Erschöpfung auf der Strecke. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht ständig auf die Macken und Schwächen Ihres Partners, sondern vielmehr auf das, was Sie an ihm lieben. So gerät letzteres in den Mittelpunkt und ihr Partner bleibt für Sie begehrenswert. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass Sie ihn ständig kritisieren. Das macht weder ihn noch Sie glücklich.

Wichtig ist natürlich auch hier die Kommunikation. Sprechen Sie über Ihre Wünsche. Ihr Partner ist ja schließlich kein Hellseher. Kann er Ihre Wünsche nicht erfüllen, weil er nichts von ihnen weiß, sind Sie enttäuscht. Stellen Sie nicht zu hohe oder nicht erfüllbare Erwartungen an Ihre Beziehung und Ihren Partner. Sonst ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Ähnliches gilt für Erinnerungen. Versuchen Sie sich an schöne gemeinsame Erlebnisse zu erinnern – und nicht immer nur an die schlechten. Und sind sie doch einmal enttäuscht von Ihrem Partner, sprechen Sie auch dies offen an. Natürlich ohne verletzend zu sein. Nur so können gegebenenfalls Missverständnisse beseitigt werden und Ihr Partner erhält die Chance, ein eventuelles Fehlverhalten wieder gut zu machen.

Das alles gilt natürlich auch umgekehrt für Ihren Partner. Vielleicht sollten Sie diesen letzten Abschnitt deshalb auch einmal Ihrem Partner zum Lesen geben.

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