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Trennung auf Zeit – Beziehungskiller oder letzte Rettung?

Die Trennung auf Zeit hat sich mittlerweile zum Allheilmittel gegen Beziehungsprobleme aller Art entwickelt. Die Frage aller Fragen ist jedoch, ob an diesem Modell wirklich etwas dran ist oder ob es lediglich ein Fluchtweg für diejenigen ist, die zu feig sind, um einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen.

Ob eine Trennung auf Zeit wirklich sinnvoll ist, muss jedes Paar für sich selbst entscheiden. Grundsätzlich kann sie dazu führen, dass man den anderen wieder wertzuschätzen weiß und einem klar wird, wie viel man einander bedeutet. Dies setzt jedoch den Willen beider Partner voraus, an der Beziehung grundsätzlich festhalten zu wollen. Die Trennung auf Zeit wird nicht von Erfolg gekrönt sein, wenn derjenige, der sie vorschlägt, die Beziehung eigentlich beenden will, dies aber aufgrund eines schlechten Gewissens dem Partner gegenüber nicht übers Herz bringt. Auch das Motiv, sich mit dritten Personen für eine gewisse Zeit ausleben zu wollen, ist in der Regel vielmehr ein Todesstoß für die Beziehung als ein Rettungsanker.

Die Auszeit richtig planen

Damit eine Trennung auf Zeit überhaupt das Potential hat die Beziehung zu retten, müssen vor Antritt der Auszeit gewisse Regeln aufgestellt werden, wie diese genau aussehen sollte.

  • In einem ersten Punkt muss vereinbart werden, wie die zukünftige Wohnsituation auszusehen hat. Natürlich ist eine wirkliche Trennung auf Zeit nur bei einer räumlichen Trennung möglich. Hierfür kann es notwendig sein, dass ein Partner aus der gemeinsamen Wohnung vorübergehend auszieht. Ist das ausgeschlossen, so können eventuell auch die Räume in einer Wohnung auf die Partner aufgeteilt werden. Hier ist außerdem ein genaues Zeitmanagement essentiell, wer wann die gemeinsamen Räumlichkeiten wie Küche oder Bad nutzt.
  • Des Weiteren muss ein Zeitplan für die Trennung auf Zeit ausgearbeitet werden. Ein minimaler Zeitrahmen für die Auszeit sollte ca. 6 Wochen lang sein. Wird dieser Rahmen unterschritten, treffen die gewünschten Effekte in der Regel nicht ein. Man sollte wirklich erfahren können, wie sich ein Leben ohne den anderen anfühlt und ob ein solches erstrebenswert ist oder nicht.
  • Was außerdem unbedingt besprochen werden muss, sind gewisse Rahmenbedingungen für das Verhalten während der Auszeit. Generell sollte so wenig Kontakt wie möglich zueinander bestehen. Dies ist natürlich nicht immer so einfach, besonders wenn Kinder mit im Spiel sind. Man kann sich beispielsweise auf ein kurzes Telefongespräch über organisatorische Dinge ein bis zwei Mal pro Woche einigen. Ebenfalls abgeklärt werden sollte, inwieweit sexueller Kontakt mit dritten Personen erlaubt ist oder nicht. Grundsätzlich muss das natürlich jedes Paar für sich selbst entscheiden, es sei jedoch gesagt, dass das Schlafen mit anderen langfristig meist zu noch mehr Schmerz und Enttäuschung und somit auch Streitpotential führt.
  • Nachdem die vereinbarte Zeit abgelaufen ist, muss ein Treffen für die Aussprache vereinbart werden. Bei diesem Aufeinandertreffen sollten beide Partner schildern, wie sie die Auszeit empfunden haben und wie sie sich die Beziehung in Zukunft vorstellen. Im Idealfall decken sich diese Vorstellungen und man kann an einem gemeinsamen Neuanfang arbeiten.

Werden diese Grundregeln bei der Trennung auf Zeit eingehalten, hat sie durchaus Potential eine Beziehung zu retten. Der Abstand hilft, die Probleme nüchtern zu betrachten, und gerade wenn viel gestritten wurde, kommt man auf diese Weise wieder zur Ruhe. Oftmals führt das zu Erkenntnis, dass man aus einer Mücke manchmal einen Elefanten macht und einem die Beziehung selbst eigentlich wichtiger ist als die ganzen kleinen Streitereien.

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