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Verliebt sein: Die Verliebtheit – eine Mischung aus Magie und Wissenschaft

Verliebtmsein: eine Mischung aus Magie und Wissenschaft

Es gibt viele verschiedene Redewendungen, die auf das Thema Verliebt sein Bezug nehmen. „Verrückt vor Liebe sein“, „auf Wolke sieben schweben“, „Schmetterlinge im Bauch haben“, „die rosarote Brille aufhaben“ oder „blind vor Liebe sein“ sind nur einige davon. Aber sie beschreiben alle sehr treffend den Zustand bzw. bringen diesen Ausnahmezustand ganz gut zum Ausdruck. Haben Sie den Wunsch, sich zu verlieben, sind Sie vielleicht gerade verliebt oder wissen das gar nicht ganz so genau? Finden Sie hier Antworten auf Ihre Fragen.

Was bedeutet Verliebt?

Das Verliebt sein ist ein Gefühl, von dem Sie mehr oder weniger überrollt werden. Bei manchen passiert das nach einer kurzen oder auch langen Suche nach der Liebe, andere erwischt es plötzlich und völlig unerwartet. Eines steht jedenfalls fest: Es erzwingen, planen oder gar einen Termin dafür festlegen können Sie mit Sicherheit nicht. Um Ihre Chancen, sich zu verlieben, zu erhöhen, sollten Sie mit offenen Augen durch die Welt gehen und dabei offen auf andere Menschen zugehen. Sich zu Hause zu verkriechen, ist dagegen eher kontraproduktiv. Es ist völlig egal, wie, wann, wo und in wen Sie sich verlieben. Was danach passiert, ist für gewöhnlich immer das gleiche schöne Gefühlschaos.

Verliebt ganz romantisch gesehen

Verliebtheit ist so etwas wie ein magischer Ausnahmezustand. Es macht „Peng“ und plötzlich ist alles durcheinander. Es überkommt Sie ein unbeschreibliches Gefühl. Sie spüren dieses typische Kribbeln im Bauch, bekommen Herzklopfen, Ihre Knie fangen an zu zittern, Sie verspüren kaum Hunger oder Durst und nachts ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Alles ist jetzt schön, denn negative Gefühle blenden Sie einfach aus. Sie befinden sich wie in einem Rausch. Das hat auch zur Folge, dass Sie bei der Arbeit oder im Haushalt öfter abgelenkt sind. Denn Ihre Gedanken kreisen nur noch um den Einen oder die Eine. Da kann der normale Alltag schon einmal in den Hintergrund rücken. Sie verspüren ein großes Verlangen und tiefe Sehnsucht nach der Person und auch nach körperlicher Nähe. Sie freuen sich, die Person zu sehen oder haben Angst, der Person zu begegnen, wenn Sie heimlich verliebt und sich nicht sicher sind, ob der oder die andere auch etwas für Sie empfindet.

Gleichzeitig fühlen Sie sich unbesiegbar und Ihr Selbstwertgefühl steigt. Sie werden mutiger, aber auch leichtsinniger und probieren neue Dinge aus, teilweise sogar welche, die Sie eigentlich immer langweilig oder doof fanden. Aber Sie wollen dem anderen ja gefallen und wünschen sich, dass Ihre Gefühle Erwiderung finden. Von außen betrachtet stellen sich frisch Verliebte manchmal auch ziemlich dämlich oder lächerlich an. Das Schöne ist, dass Ihnen das in dem Moment völlig egal sein wird. Und falls die oder der Angebetete Ihre Gefühle erwidert, bemerkt er oder sie das auch gar nicht oder verkehrt es sogar ins Gegenteil und findet das total gut.

Verliebt sein ganz nüchtern betrachtet

Nüchtern betrachtet hat das Verliebt sein weniger mit Romantik, sondern ganz viel mit Biochemie zu tun. Der Körper schüttet unzählige Hormone aus, die alles durcheinander wirbeln und geradezu berauschend wirken. Sind Sie verliebt, schüttet Ihr Körper vermehrt Dopamin und Adrenalin aus. Das Glückshormon Dopamin motiviert, verschafft Antrieb und kann einen Glücksrausch auslösen. Das Stresshormon Adrenalin versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Dies macht sich im gesamten Organismus bemerkbar, unter anderem steigen der Blutdruck, der Blutzuckerspiegel und die Herzfrequenz. Die Magen-Darm-Tätigkeit wird eingestellt. Gleichzeitig sinkt Ihr Serotoninspiegel. Dass der Körper beim Verliebt sein weniger von dem Glückshormon Serotonin ausschüttet, klingt im ersten Moment vielleicht komisch. Allerdings passt auch dies. Denn auch bei einem Menschen, der an einer Zwangsneurose (zum Beispiel ein Waschzwang) erkrankt, sinkt der Serotoninspiegel. In dem Beispiel kreisen die Gedanken nur noch um das Waschen, bei Ihnen nur noch um Ihren Schatz. Mit der Zeit bildet Ihr Körper auch vermehrt Oxytocin, welches das sexuelle Verlangen steigert, aber auch beruhigend wirkt und zu einem Vertrauensaufbau führt. Bei Männern sinkt der Anteil an Testosteron, bei Frauen hingegen steigt er. Vermutlich sollen hierdurch Unterschiede ausgeglichen werden, um Harmonie herzustellen.

Bis ins letzte Detail ist das Verliebt sein jedoch wissenschaftlich noch nicht geklärt. Zum Glück. So bleibt Ihnen wenigstens etwas von dem romantischen Liebeszauber erhalten. Und Wissenschaft hin oder her: Sind Sie erst einmal verliebt, fühlt sich das doch eher magisch als wissenschaftlich an.

Zum Verlieben gehören immer zwei

Sie können sich auf den ersten Blick verlieben, es kann aber auch erst nach Jahren des Kennens plötzlich funken. Aber um sich in jemanden zu verlieben, braucht es natürlich diesen jemand. Zugegeben, es gibt auch etwas, das sich Selbstverliebtheit nennt – aber das ist ein ganz anderes Thema. Zwei bedeutet in diesem Fall nicht, dass der andere das gleiche empfinden muss. Das steht auf einem anderen Papier und ist entscheidend für die Frage, ob Sie glücklich oder unglücklich verliebt sind.

Und in wen sind Sie nun verliebt? Jeder Mensch sendet Signale an Hand derer Sie entscheiden, ob Sie die Person sympathisch finden oder nicht. Entscheidend ist unter anderem, ob die Person Ihnen oder anderen Menschen, die Sie mögen, ähnlich ist. In der Regel finden Sie diese Person dann attraktiv. Dabei spielen auch immer Äußerlichkeiten eine Rolle, auch wenn das viele nicht zugeben wollen. Zudem kommt es auf die Stimme und den Geruch an. Letzterer ist sogar soweit beteiligt, dass Sie unbewusst über den Geruch etwas wahrnehmen, um dann einen Menschen mit einem gegensätzlichen Immunsystem auszuwählen, um das eigene dadurch zu stärken. Unterbewusst entsteht bei Ihnen ein Bild von dem anderen Menschen. Wenn dies mit den eigenen Erwartungen an einen Partner übereinstimmt und bei Ihnen positive Gefühle weckt, dann steht womöglich die Person vor Ihnen, in die Sie sich gerade verliebt haben.

Dieses Bild, das da in Ihrem Unterbewusstsein entstanden ist, muss nicht immer mit der Realität übereinstimmen. Zum Teil geht es auch soweit, dass Sie Fehler des anderen erkennen, diese aber durch die sprichwörtlich rosarote Brille sehen und dann besonders liebenswert finden. Außerdem kann es passieren, dass dieses Bild eher ihre Wünsche als den wahren Charakter der jeweiligen Person widerspiegelt. Stellt sich das im Laufe der Zeit heraus, kann es ganz schnell mit der Verliebtheit vorbei sein. Folgt dann die Trennung, sind die Hormone schnell wieder auf Normalspur – nur Sie nicht. Denn nun setzt der Liebeskummer ein. Chemisch passiert da im Körper eigentlich nichts anderes als bei einem kalten Entzug, wenn das Suchtmittel plötzlich abgesetzt wird.

Verliebt oder Liebe?

Hält das Verliebtsein an, ist es aber spätestens nach sechs bis neun Monaten vorbei damit. Im besten Fall geht die Verliebtheit dann in Liebe über. Im schlechtesten Fall werden die Gefühle von der anderen Seite nicht erwidert, dann ebbt das Verliebtsein ab und der Liebeskummer beginnt. Es gibt aber auch Menschen, die den Übergang zur Liebe nicht schaffen, da sie regelrecht süchtig nach dem Gefühl der Verliebtheit sind und dieses immer wieder brauchen. In jedem Fall hält der Zustand des Verliebtseins nicht dauerhaft an. Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend der menschliche Körper. Denn dieser kann den für ihn anstrengenden Ausnahmezustand nicht ewig aufrechterhalten. Deshalb lässt er die Ausschüttung der Hormone langsam wieder auf ein normales Niveau sinken.

Aber was ist denn nun der genaue Unterschied zwischen Verliebtheit und Liebe? Ist es „nur“ das Absinken der Hormonausschüttung und das Wiedererlangen eines körperlichen Normalzustandes? Nein! Anderenfalls könnte ja auch der Gedanke aufkommen, dass Liebe eine Abstufung zum Verliebt sein ist. Das ist jedoch keinesfalls so. Die Verliebtheit ist eher so etwas wie eine erste Phase der Liebe. In diesem Abschnitt stehen mehr die körperlichen Empfindungen, wie zum Beispiel Herzklopfen, Kribbeln, Schlafstörungen, fehlender Hunger usw., im Vordergrund. Diese geraten auf dem Weg zur Liebe mehr und mehr in den Hintergrund. Dafür treten andere Dinge, wie unter anderem Vertrauen und der Wille, Verantwortung für den anderen zu übernehmen, in den Vordergrund. Insbesondere das gegenseitige Vertrauen ist ein wesentlicher Punkt. Dieses bildet quasi die Brücke zwischen dem Verliebt sein und der Liebe. Während der Verliebtheit ist das Vertrauen noch nicht da. Deshalb ist man in diesem Stadium auch eher geneigt zu versuchen, über eigene Fehler und Macken hinwegzutäuschen. Es wird geschummelt. Man möchte ja schließlich gefallen. Denn man vertraut eben nicht darauf, dass der andere einen so mag, wie man halt ist.

Bin ich verliebt?

Diese Frage können eigentlich nur Sie beantworten. Haben Sie sich beim Lesen des Textes am vielen Stellen wiedererkannt? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie verliebt sind. Wünschen Sie sich außerdem, dass die andere Person in Sie verliebt ist und kreisen Ihre Gedanken immer wieder um die Frage, ob die andere Person Gefühle für Sie empfindet? Oder suchen Sie sogar nach Anhaltspunkten hierfür? Dann ist auch dies ein untrügliches Zeichen. Sollten Sie sich dennoch nicht ganz sicher sein, fragen Sie doch einfach mal Ihre beste Freundin oder Ihren besten Freund. Die wissen es in den meisten Fällen schon vor einem selbst, weil Sie uns kennen und sofort die Veränderungen an uns bemerken. Sollten Sie allerdings als Frau einen besten Freund oder umgekehrt als Mann eine beste Freundin haben und ist genau diese Person das Objekt Ihrer Begierde, ist das natürlich etwas anderes…

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